Bienen

Was es nicht alles gibt.
Dad Pa
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Bienen

Beitragvon Dad Pa » Do Apr 19, 2007 5:33 pm

Den Bericht habe ich von Galaktika bei TO geklaut. :oops:
Weil ich zu faul bin, so einen Bericht selbst zu schreiben.

Da ich selbst (Hobby)Imker bin und über das nötige Fachwissen weitgehend verfüge, kann ich diesen Bericht nur unterstreichen. Es passiert seltsames in der Bienenwelt und ich muß gestehen, es macht mir Angst. Nicht einfach so, sondern es macht mir wirklich Angst, ganz real.

Leider ist der Masse der Menschen nicht bewußt, daß wir in einer Art Symbiose mit den Bienen leben.

Es ist wirklich so: Wenn das letzte Bienenvolk stirb, sind die Tage der Menschheit gezählt. Da helfen keinerlei Technologien mehr.


Hier nun der Bericht:
In den USA ist die Mehrzahl aller Bienen verschwunden. Weil eine klare Ursache fehlt, spekulieren Forscher über das Ende der Insektenart - ein Ende mit möglichen Konsequenzen für die Menschheit.
wieder aufgetaucht, die älteren, erwachsenen Bienen.
Haben auch keine Toten zurückgelassen. Millionen und Abermillionen Bienen sind in Nordamerika einfach verschwunden im Lauf der vergangenen Monate. Und immer mehr amerikanische Imker, die in diesen ersten warmen Wochen nach dem Winter zum erstenmal ihre Bienenstöcke wieder öffnen, berichten dasselbe.

"So etwas habe ich noch niemals gesehen", sagte der kalifornische Bienenzüchter David Bradshaw schockiert einer Zeitung. ,,Ein Stock nach dem anderen war einfach leer. Es sind keine Bienen mehr daheim.‘‘

An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der Bienenvölker kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als 70 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und Teile Kanadas. Dasselbe passiert auch in Spanien und in Polen.

Aus der Schweiz gibt es die ersten Berichte und auch aus Deutschland - nur hat das Bienensterben bisher nirgendwo solche Ausmaße wie in den USA.
"Das Bienensterben kann eine Warnung an uns sein"
Es ist ein seltsames, geradezu unheimliches Phänomen, das die Bienenvölker heimsucht. Die Wissenschaft hat ihm jenen Namen gegeben, den sie reserviert hat für etwas, das sie noch nicht, vielleicht nie erklären kann: disorder, Störung. Man spricht vom ,,Colony Collapse Disorder‘‘, von einer Störung namens Bienenvolk-Kollaps, kurz CCD. Über die Symptome weiß man ziemlich viel: In betroffenen Kolonien fehlen alle erwachsene Bienen, und es liegen auch, wie normalerweise üblich, keine toten Bienen in der Nähe. Die Bienen fliegen fort und sterben irgendwo draußen.

Vorräte an Honig sind da, und die nicht ausgewachsenen Bienen, die nun verhungern. Eine Kolonie, die mitten im Zusammenbruch steckt, mag von außen ganz normal wirken. Aber innen gibt es viel zu wenige, viel zu junge Arbeiterinnen. Und schließlich kommt etwas Eigenartiges hinzu: Normalerweise werden die Stöcke eines Volkes, das an Krankheiten stirbt oder in einem kalten Winter verhungert, sofort von anderen Bienen oder Stockräubern ausgeplündert oder von Plagen wie Wachsmotten übernommen. Diesmal aber dauert es mindestens zwei Wochen, bis die Plünderer kommen.

Was die Ursachen für das Verschwinden sind, darüber weiß man fast nichts. Aber man weiß, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die Honigbienen für immer verschwänden. Eine Katastrophe auch für den Menschen. ,,Früher‘‘, sagt May Berenbaum, Leiterin des Instituts für Entomologie an der Universität Illinois, ,,waren es die Kanarienvögel in den Minen. Wenn sie starben, dann wussten die Bergarbeiter, dass etwas passieren würde. Manche von uns glauben, dass die Bienen heute diese Funktion haben.‘‘ Die Aufmerksamkeit, die die Medien ihr und anderen Bienenforschern in den vergangenen Wochen entgegengebracht haben, verunsichert May Berenbaum. Vorsichtig sagt sie: ,,Das Bienensterben könnte eine Warnung an uns sein, dass etwas sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist.‘‘

Milben sind es diesmal nicht
Es geht nicht nur um die Bedrohung einer Tierart, auch nicht um das Bienensummen im Frühling oder den Honig, der uns fehlen wird - zumindest ökonomisch gesehen ist er ein angenehmes, aber eher unwichtiges Nebenprodukt. Die Menschen brauchen die Bienen dringend, denn etwa ein Drittel der menschlichen Nahrung ist direkt oder indirekt von ihnen abhängig: Äpfel, Birnen, Pflaumen, ein Großteil des Obstes werden zwischen 80 und 90 Prozent von Zuchtbienen bestäubt, ebenso Mandelbäume, Melonen, Paprika, Kürbisse, Himbeeren und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten - aber auch Viehfutter wie Klee oder das in den USA verbreitete Alfalfa.

,,Wenn Sie einen Hamburger essen‘‘, sagt Berenbaum, ,,dann verdanken Sie das indirekt den Bienen.‘‘ Manche Farmer versuchen, die Bäume mit Hilfe riesiger Ventilatoren zu bestäuben, oder sie experimentieren mit Hummeln und anderen Insekten. Aber wirkliche Alternativen zur Bestäubung durch Bienen gibt es nicht, Wildvölker existieren kaum noch, schon gar nicht in den riesigen Monokulturen, und andere Insekten würden diese Mengen nicht schaffen.

Den durch Bienenpollination erwirtschafteten Wert schätzen Forscher allein für die USA auf bis zu 18 Milliarden Dollar. In Europa sind es immerhin bis zu fünfMilliarden Euro. Durch ihre Leistung bei der Bestäubung gelten Bienen in Europa nach Rindern und Schweinen als das drittwichtigste Haustier - noch vor dem Geflügel.

,,Eigentlich ist es eher merkwürdig, dass die Bienen es so lange ausgehalten haben‘‘, sagt der Bienenforscher und Soziobiologe Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg. Ein Bienenvolk ist ein extrem komplexer Superorganismus, der sich über Jahrmillionen an die widrigsten Umstände angepasst hat.

,,Doch in den letzten zehn Jahren sind sie schwach geworden‘‘, sagt Tautz. ,,Vor allem der Stress ist zuviel.‘‘ Die größte Bienenplage war bisher die Varroa-Milbe, ein Parasit, der die Tiere aussaugt. Noch vor zehn Jahren brauchten Forscher in ihren Versuchen zehnmal so viele Milben wie heute um einen Stock zu töten. Aber Varroa ist es diesmal nicht.

Vielleicht gibt es tatsächlich nur eine einzige Ursache für den Völkerkollaps, die noch gefunden werden muss. Vielleicht aber, und das vermuten auch andere Bienenforscher, sind es viele Ursachen, die die Bienen langsam überwältigen. Die Flurbereinigungen, die keine Feldraine mehr übrig gelassen haben, die Monokulturen und eine allzu perfekte Forstwirtschaft, die jeden hohlen Baumstumpf aus dem Wald holt, in dem die wilden Schwärme sich einst ansiedelten.

Die Städte und Vorstädte, die das Land überwuchern. Die Pestizide, die sie vielleicht langsam vergiften. Krankheiten und Parasiten, die aus allen möglichen Teilen der Welt über sie hergefallen sind, eingeschleppt im Zuge der transkontinentalen Verschickung von Zuchtbienen.

Inzwischen fehlt den Bienen auch der Mensch, der ihnen Unterkunft bietet. In der freien Natur ist kaum noch Platz für sie. Aber auch die Imker sterben aus, weil sie, wie in Deutschland, oft Hobby-Imker sind, Pensionäre, die sich die Anschaffung neuer und die Versorgung kranker Völker in jedem Frühling aufs Neue nicht mehr leisten können. ,,Jedes Jahr durchschnittlich drei- bis fünfhundert Euro, das ist eine Menge Geld für einen Pensionär‘‘, sagt Tautz.
"Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben"
Ein Teufelskreis: Je schwächer die Bienen werden, desto teurer wird ihre Haltung und desto weniger Imker gibt es.
Tautz und andere Bienenforscher fordern deshalb, dass der Staat die Bienenzüchtung finanziell unterstützt. In Amerika ist die Situation etwas anders. Zwar hat auch hier die Zahl der Bienenhalter drastisch abgenommen. Das liegt aber auch daran, dass sich das Geschäft konsolidiert hat. Denn ein Geschäft ist die Imkerei in den USA zumindest teilweise geworden - ironischerweise gerade deswegen, weil es nur noch so wenige Bienen gibt.

Seit Mitte der siebziger Jahre ist die Zahl der Honigbienen in den USA um die Hälfte geschrumpft. Inzwischen fahren mobile Bienenzüchter von Obstplantage zu Obstplantage, um die Blüten von den Bienen bestäuben zu lassen. Solche Großimker halten manchmal mehrere tausend Stöcke - bei einer durchschnittlichen Koloniegröße von zwanzig- bis dreißigtausend Tieren im Winter und bis zu sechzigtausend im Sommer. Heuer, nach den gewaltigen Verlusten durch CCD, zahlen die Obstfarmer manchmal das Dreifache des üblichen Hektarpreises für die Bestäubung.

Doch wenn solche kommerziellen Halter vom Colony Collapse Disorder getroffen werden, dann kann das den Ruin bedeuten. Ein Imker aus Pennsylvania investierte 15.000 Dollar, um seine Bienen zur Bestäubung der Mandelblüten nach Kalifornien zu bringen. Als er dort ankam, war keine einzige Kolonie mehr am Leben.

Auf einen Satz verweisen betroffene Bienenzüchter und nüchterne Bienenforscher inzwischen immer wieder, einen Satz, den Albert Einstein einmal gesagt haben soll: ,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr...‘‘.

Habe bei dem schönen Wetter bis jetzt keine Biene entdeckt.
Wo sind die ?
Gruß
Galaktica

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Beitragvon Ulli » Do Apr 19, 2007 6:07 pm

Dädi

hier kannst Du die Antwort dazu finden....

http://www.genfoodneindanke.de/texte/na ... 0329a.html

http://derstandard.at/?url=/?id=2830480

ich hatte es dort schon als "Auszug" eingestellt.....

Hinzu kommt ja noch die Varroa und neuerdings auch hier,
die amerikanische Faulbrut.....

Kann ganz schön kritisch werden - aber die Amis wollen weiterhin
ihren scheiß Gendreck in alle Welt exportieren.... :evil: :evil:

Ulli
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Beitragvon Dad Pa » Do Apr 19, 2007 7:42 pm

Hai Ulli,

wie gesagt - ich bin selbst Imker.

Ich kenne die Ursachen, auch wenn es genügend Dummschwätzer in den Interessenverbänden gibt, die immer noch meinen: Nicht wissenschaftlich bewiesen und bluh und blab.

Ich wollte mit dem Beitrag auf die Wichtigkeit der Bienen aufmerksam machen. 99% der Menschen sind sich überhaupt nicht bewußt, wie ungeheuer wichtig die Bienen für uns sind.

Mir wird wirklich Angst und Bange....

Ohne Bienen hat die Menschheit keine Überlebenschance. Und das geht wesentlicher schneller ab wie ein Klimawechsel - der ist eine Lachnummer im Vergleich zu einem weltweitem Bienensterben.....

Lieb Gruß
Dädi
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Beitragvon Dad Pa » Do Apr 19, 2007 10:30 pm

Man möchts nicht glauben - offenbar wurde der Beitrag bei TO gelöscht!

Schön, daß er hier noch steht!
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Beitragvon Lustig » Fr Apr 20, 2007 6:11 am

Hei Dädi,

der Beitrag ging mir lange durch den Kopf. Was mich dabei beschäftigt : Niemand kann sich das fortbleiben der Bienen erklären. Sonst ist man immer schnell mit Theorien bei der Hand , aber hier vollkommen unerklärlich. Das ist beunruhigend , da man die Gründe nicht kennt.
Wenn man dann noch dabei berücksichtigt das große Veränderungen im ganz Kleinen beginnen kommt man leicht ins Schwitzen .
Mir jedenfalls bereitet dieses wegbleiben der Bienen oder auch wegsterben mehr Sorgen ,als dieser angebliche Klimawandel durch CO2 ausstoß

Lustig

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Beitragvon Dad Pa » Fr Apr 20, 2007 7:44 am

Hai Lustig,

Bienensterben kommt immer wieder vor. Oft liegt es am Wetter, oft an Krankheiten. Meist sind es aber Fehler der Imker selbst.
Es ist nicht ungewöhnlich wenn ein Imker der z.B. 10 Völker über den Winter bringen will, im Frühjahr nur noch mit 2 Völkern dasteht.

Egal ob Parasiten im Volk sind, die Bienen über den Winter verhungert sind oder sonst etwas passiert ist - die Bienen liegen Tod in der Beute.

Das absolut ungewöhnliche in USA ist, daß die Flugbienen nicht in den Stock zurückkehren. Das ist ein Novum. Die Bienen würden ihr Volk freiwillig nie zurücklassen. Also sterben sie bei ihrem Flug. Daß einzelne Bienen auf ihrem Flug "verunglücken" ist normal. Aber nicht das ganze Volk!

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Gift oder Gentechnik. Und der Tod muß ziemlich schnell zuschlagen, wenn die Bienen es nicht mehr zu ihrem Volk zurückschaffen. Die Beuten sind leer, und die Brut verhungert in den Waben obwohl diese voll mit Honig und Pollen sind, weil niemand da ist, der sie füttert.

Lieb Gruß
Dädi
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Beitragvon Tarantel-05 » Fr Apr 20, 2007 7:53 am

Dad Pa hat geschrieben:Man möchts nicht glauben - offenbar wurde der Beitrag bei TO gelöscht!

Schön, daß er hier noch steht!


Moin Dädi,

stimmt, der scheint weg zu sein, und ich kann mir auch denken, wieso. 8)

Da hat sich wieder einmal ein Urheberrechtsfanatiker bemüßigt gefühlt, TO vor Unannehmlichkeiten zu schützen, da der komplette Text eingestellt wurde, und ich glaub sogar ohne Quellenangabe :?

Die Vorstellung, die Bienen sterben aus, ist der blanke Horror - dann wird der Rest der Lebewesen auf der Erde früher oder später verhungern. Und das alles nur, weil irgendwelche Mammut-Landwirte und -Lebensmittelkonzerne den Hals nicht vollkriegen können und mit Pflanzenschutzmitteln massiv in die Natur eingreifen.

Scheiße.

Gruß T.
Man hat's nicht leicht, aber leicht hat's Einen

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Beitragvon Ulli » Fr Apr 20, 2007 9:52 am

Stimmt Dädi

der Beitrag im TEO ist verschwunden und wie unsere Spinne
schon andeutete, ist der Grund sicher mal wieder die neue
Urheber und © Copyright – Geschichte.
Der Artikel stammte von hier:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/352/105247/

Was dort mal wieder nicht angegeben wurde. Vor allem der
Beitrag vom Gastredner war hoch interessant. Den wollte
ich mir noch kopieren. Ja, dass der dann aber so schnell mit
weg war, konnte ja keiner ahnen…..schade.
Auch mich als Ex- Hobbyimker hat dieses Thema doch schon
deshalb interessiert.

Bei uns hier ist dieses Phänomen zwar noch nicht so gravierend,
wie in den USA, aber auch hier Klagen die ersten Imkerverbände.

http://www.naturkost.de/meldungen/2007/070315genv2.htm

http://www.genfoodneindanke.de/texte/na ... 0122a.html

Für mich kommt auch nur Gift oder genveränderte Pflanzen in Betracht.
Was den Maiszünsler tötet, bringt auch andere Insekten um….. :cry:
Somit sind wir dem Weltfrieden wieder ein Stück näher -
bloß diesmal ohne Menschen.... :roll:

Gruß Ulli
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Re: Bienen

Beitragvon Eka-ke » Fr Apr 20, 2007 3:45 pm

Dad Pa hat geschrieben:Den Bericht habe ich von Galaktika bei TO geklaut. :oops:
Weil ich zu faul bin, so einen Bericht selbst zu schreiben.

Da ich selbst (Hobby)Imker bin und über das nötige Fachwissen weitgehend verfüge, kann ich diesen Bericht nur unterstreichen. Es passiert seltsames in der Bienenwelt und ich muß gestehen, es macht mir Angst. Nicht einfach so, sondern es macht mir wirklich Angst, ganz real.

Leider ist der Masse der Menschen nicht bewußt, daß wir in einer Art Symbiose mit den Bienen leben.

Es ist wirklich so: Wenn das letzte Bienenvolk stirb, sind die Tage der Menschheit gezählt. Da helfen keinerlei Technologien mehr.


Hier nun der Bericht:
In den USA ist die Mehrzahl aller Bienen verschwunden. Weil eine klare Ursache fehlt, spekulieren Forscher über das Ende der Insektenart - ein Ende mit möglichen Konsequenzen für die Menschheit.
wieder aufgetaucht, die älteren, erwachsenen Bienen.
Haben auch keine Toten zurückgelassen. Millionen und Abermillionen Bienen sind in Nordamerika einfach verschwunden im Lauf der vergangenen Monate. Und immer mehr amerikanische Imker, die in diesen ersten warmen Wochen nach dem Winter zum erstenmal ihre Bienenstöcke wieder öffnen, berichten dasselbe.

"So etwas habe ich noch niemals gesehen", sagte der kalifornische Bienenzüchter David Bradshaw schockiert einer Zeitung. ,,Ein Stock nach dem anderen war einfach leer. Es sind keine Bienen mehr daheim.‘‘

An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der Bienenvölker kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als 70 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und Teile Kanadas. Dasselbe passiert auch in Spanien und in Polen.

Aus der Schweiz gibt es die ersten Berichte und auch aus Deutschland - nur hat das Bienensterben bisher nirgendwo solche Ausmaße wie in den USA.
"Das Bienensterben kann eine Warnung an uns sein"
Es ist ein seltsames, geradezu unheimliches Phänomen, das die Bienenvölker heimsucht. Die Wissenschaft hat ihm jenen Namen gegeben, den sie reserviert hat für etwas, das sie noch nicht, vielleicht nie erklären kann: disorder, Störung. Man spricht vom ,,Colony Collapse Disorder‘‘, von einer Störung namens Bienenvolk-Kollaps, kurz CCD. Über die Symptome weiß man ziemlich viel: In betroffenen Kolonien fehlen alle erwachsene Bienen, und es liegen auch, wie normalerweise üblich, keine toten Bienen in der Nähe. Die Bienen fliegen fort und sterben irgendwo draußen.

Vorräte an Honig sind da, und die nicht ausgewachsenen Bienen, die nun verhungern. Eine Kolonie, die mitten im Zusammenbruch steckt, mag von außen ganz normal wirken. Aber innen gibt es viel zu wenige, viel zu junge Arbeiterinnen. Und schließlich kommt etwas Eigenartiges hinzu: Normalerweise werden die Stöcke eines Volkes, das an Krankheiten stirbt oder in einem kalten Winter verhungert, sofort von anderen Bienen oder Stockräubern ausgeplündert oder von Plagen wie Wachsmotten übernommen. Diesmal aber dauert es mindestens zwei Wochen, bis die Plünderer kommen.

Was die Ursachen für das Verschwinden sind, darüber weiß man fast nichts. Aber man weiß, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die Honigbienen für immer verschwänden. Eine Katastrophe auch für den Menschen. ,,Früher‘‘, sagt May Berenbaum, Leiterin des Instituts für Entomologie an der Universität Illinois, ,,waren es die Kanarienvögel in den Minen. Wenn sie starben, dann wussten die Bergarbeiter, dass etwas passieren würde. Manche von uns glauben, dass die Bienen heute diese Funktion haben.‘‘ Die Aufmerksamkeit, die die Medien ihr und anderen Bienenforschern in den vergangenen Wochen entgegengebracht haben, verunsichert May Berenbaum. Vorsichtig sagt sie: ,,Das Bienensterben könnte eine Warnung an uns sein, dass etwas sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist.‘‘

Milben sind es diesmal nicht
Es geht nicht nur um die Bedrohung einer Tierart, auch nicht um das Bienensummen im Frühling oder den Honig, der uns fehlen wird - zumindest ökonomisch gesehen ist er ein angenehmes, aber eher unwichtiges Nebenprodukt. Die Menschen brauchen die Bienen dringend, denn etwa ein Drittel der menschlichen Nahrung ist direkt oder indirekt von ihnen abhängig: Äpfel, Birnen, Pflaumen, ein Großteil des Obstes werden zwischen 80 und 90 Prozent von Zuchtbienen bestäubt, ebenso Mandelbäume, Melonen, Paprika, Kürbisse, Himbeeren und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten - aber auch Viehfutter wie Klee oder das in den USA verbreitete Alfalfa.

,,Wenn Sie einen Hamburger essen‘‘, sagt Berenbaum, ,,dann verdanken Sie das indirekt den Bienen.‘‘ Manche Farmer versuchen, die Bäume mit Hilfe riesiger Ventilatoren zu bestäuben, oder sie experimentieren mit Hummeln und anderen Insekten. Aber wirkliche Alternativen zur Bestäubung durch Bienen gibt es nicht, Wildvölker existieren kaum noch, schon gar nicht in den riesigen Monokulturen, und andere Insekten würden diese Mengen nicht schaffen.

Den durch Bienenpollination erwirtschafteten Wert schätzen Forscher allein für die USA auf bis zu 18 Milliarden Dollar. In Europa sind es immerhin bis zu fünfMilliarden Euro. Durch ihre Leistung bei der Bestäubung gelten Bienen in Europa nach Rindern und Schweinen als das drittwichtigste Haustier - noch vor dem Geflügel.

,,Eigentlich ist es eher merkwürdig, dass die Bienen es so lange ausgehalten haben‘‘, sagt der Bienenforscher und Soziobiologe Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg. Ein Bienenvolk ist ein extrem komplexer Superorganismus, der sich über Jahrmillionen an die widrigsten Umstände angepasst hat.

,,Doch in den letzten zehn Jahren sind sie schwach geworden‘‘, sagt Tautz. ,,Vor allem der Stress ist zuviel.‘‘ Die größte Bienenplage war bisher die Varroa-Milbe, ein Parasit, der die Tiere aussaugt. Noch vor zehn Jahren brauchten Forscher in ihren Versuchen zehnmal so viele Milben wie heute um einen Stock zu töten. Aber Varroa ist es diesmal nicht.

Vielleicht gibt es tatsächlich nur eine einzige Ursache für den Völkerkollaps, die noch gefunden werden muss. Vielleicht aber, und das vermuten auch andere Bienenforscher, sind es viele Ursachen, die die Bienen langsam überwältigen. Die Flurbereinigungen, die keine Feldraine mehr übrig gelassen haben, die Monokulturen und eine allzu perfekte Forstwirtschaft, die jeden hohlen Baumstumpf aus dem Wald holt, in dem die wilden Schwärme sich einst ansiedelten.

Die Städte und Vorstädte, die das Land überwuchern. Die Pestizide, die sie vielleicht langsam vergiften. Krankheiten und Parasiten, die aus allen möglichen Teilen der Welt über sie hergefallen sind, eingeschleppt im Zuge der transkontinentalen Verschickung von Zuchtbienen.

Inzwischen fehlt den Bienen auch der Mensch, der ihnen Unterkunft bietet. In der freien Natur ist kaum noch Platz für sie. Aber auch die Imker sterben aus, weil sie, wie in Deutschland, oft Hobby-Imker sind, Pensionäre, die sich die Anschaffung neuer und die Versorgung kranker Völker in jedem Frühling aufs Neue nicht mehr leisten können. ,,Jedes Jahr durchschnittlich drei- bis fünfhundert Euro, das ist eine Menge Geld für einen Pensionär‘‘, sagt Tautz.
"Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben"
Ein Teufelskreis: Je schwächer die Bienen werden, desto teurer wird ihre Haltung und desto weniger Imker gibt es.
Tautz und andere Bienenforscher fordern deshalb, dass der Staat die Bienenzüchtung finanziell unterstützt. In Amerika ist die Situation etwas anders. Zwar hat auch hier die Zahl der Bienenhalter drastisch abgenommen. Das liegt aber auch daran, dass sich das Geschäft konsolidiert hat. Denn ein Geschäft ist die Imkerei in den USA zumindest teilweise geworden - ironischerweise gerade deswegen, weil es nur noch so wenige Bienen gibt.

Seit Mitte der siebziger Jahre ist die Zahl der Honigbienen in den USA um die Hälfte geschrumpft. Inzwischen fahren mobile Bienenzüchter von Obstplantage zu Obstplantage, um die Blüten von den Bienen bestäuben zu lassen. Solche Großimker halten manchmal mehrere tausend Stöcke - bei einer durchschnittlichen Koloniegröße von zwanzig- bis dreißigtausend Tieren im Winter und bis zu sechzigtausend im Sommer. Heuer, nach den gewaltigen Verlusten durch CCD, zahlen die Obstfarmer manchmal das Dreifache des üblichen Hektarpreises für die Bestäubung.

Doch wenn solche kommerziellen Halter vom Colony Collapse Disorder getroffen werden, dann kann das den Ruin bedeuten. Ein Imker aus Pennsylvania investierte 15.000 Dollar, um seine Bienen zur Bestäubung der Mandelblüten nach Kalifornien zu bringen. Als er dort ankam, war keine einzige Kolonie mehr am Leben.

Auf einen Satz verweisen betroffene Bienenzüchter und nüchterne Bienenforscher inzwischen immer wieder, einen Satz, den Albert Einstein einmal gesagt haben soll: ,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr...‘‘.

Habe bei dem schönen Wetter bis jetzt keine Biene entdeckt.
Wo sind die ?
Gruß
Galaktica

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Dazu fällt mir ein Lied von Hans Scheibner ein.
Habe aber nur drei Verse gefunden, dachte es wären mehr.
Na egal, das „Kernkraftwerk“ könnt ihr mit allen möglichen Umweltsauereien ersetzen, der Schluss passt immer.


Frau Lorenz lag mit einem Mann
im Bett, da fragte der,
ob das nicht Ärger geben kann,
weil sie verheirat´t wär.
Da lachte Frau Lorenz, mein Kleiner,
das macht doch nichts, das merkt doch keiner!
Kuckuck, Kuckuck.

Im Kernkraftwerk, wie ärgerlich
Ging gestern etwas schief,
so daß ein bißchen - OHO! - entwich
und der Direktor rief:
Hauptsache, es quatscht hier nicht einer.
Das macht doch nichts, das merkt doch keiner!
Kuckuck, Kuckuck.


Ein Englein kam zu Gott dem Herrn
Und rang vor Schreck nach Luft:
"Die Erde Herr, dein schönster Stern,
hat sich grad selbst verpufft."
Da lächelte Gott: Ach, mein Kleiner,
das macht doch nichts, das merkt doch keiner.
Kuckuck, Kuckuck.

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Beitragvon Linie 2_ » Fr Apr 20, 2007 9:06 pm

Ulli hat geschrieben:Dädi

hier kannst Du die Antwort dazu finden....

http://www.genfoodneindanke.de/texte/na ... 0329a.html

http://derstandard.at/?url=/?id=2830480

ich hatte es dort schon als "Auszug" eingestellt.....

Hinzu kommt ja noch die Varroa und neuerdings auch hier,
die amerikanische Faulbrut.....

Kann ganz schön kritisch werden - aber die Amis wollen weiterhin
ihren scheiß Gendreck in alle Welt exportieren.... :evil: :evil:

Ulli
Hei Ulli ! Hier stell ich mal ein Interview ein was bei dem Nachrichtensender N-tv gegeben wurde :Freitag, 23. März 2007
Verwaiste Stöcke
Mehrheit der Bienen tot

In den USA ist die Mehrzahl der Bienen über den Winter verschwunden. Imker finden verwaiste Stöcke vor, noch nicht mal Tote gibt es. Dr. von der Ohe, Leiter des LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), erklärt, dass dieses Verhalten nicht erstaunlich, aber dennoch bedenklich ist.

n-tv.de: In den USA herrscht ein Bienensterben. Wie schätzen Sie diese als sehr bedrohlich dargestellte Situation ein?

Von der Ohe: Es ist äußerst bedenklich, dass so viele Bienenvölker in den USA zurzeit eingehen. Besonders weil die Bienen für die Bestäubung verschiedenster Pflanzen in der Landwirtschaft benötigt werden. Allerdings tritt so ein Sterben immer wieder auf. In Deutschland hatten wir im Winter 2002/2003 ein vergleichbares Bienensterben.

Hatte man damals auch einen Schwund von bis zu 70 Prozent wie jetzt in den USA?

Nein, nicht so viele. Aber auch in den USA muss die tatsächliche Zahl noch ermittelt werden. Damals redete man bei uns von 50 bis 70 Prozent. Die tatsächlichen Zahlen waren dann deutlich niedriger, in einigen Regionen um die 35 Prozent, hier in Niedersachsen nur 27 Prozent.

Hat sich die Bienenpopulation nach dem Winter 2002/2003 wieder erholt?

Wir hatten in dem darauf folgenden Frühjahr/Sommer eine gute Erholung der Bienenpopulationen. Im Durchschnitt sterben zwischen 5 und 10 Prozent der Bienen im Winter. Bedenklich wird es erst, wenn die Zahlen darüber liegen. Das trifft aber für den Winter 2006/2007 hier in Deutschland überhaupt nicht zu. Wir liegen bundesweit nach den bisherigen Einschätzungen unter 10 Prozent.

Wie kann man sich als Laie dieses spurlose Verschwinden der Mehrzahl aller Bienen vorstellen?

Wenn Bienen merken, dass ihr Ende naht, fliegen sie aus, um zu sterben. Das ist eine Art von Hygiene. Bei einer Erkrankung, wie der Varroose, also dem Befall großer Teiler der Population durch die Varroa-Milbe, ist dieses Verhalten ganz typisch. Die übriggebliebenen Bienen fliegen auch aus und betteln sich in andere Völker ein. Sonst könnten sie in dieser Situation nicht überleben. Das Einbetteln in andere Völker führt allerdings zur Verbreitung des Parasiten, denn der haftet ihnen gegebenenfalls an.

Ist es wahrscheinlich, dass die Bienen in den USA mit der Varroa-Milbe infiziert waren?

Man kann das Bienensterben in den USA - und da spreche ich aus den Erfahrungen, die wir in Deutschland gesammelt haben - sicherlich nicht monokausal erklären.

Viele Forscher sagen, Stress habe die Bienen dazu verleitet ihre Stöcke massenweise zu verlassen.

Von dieser Annahme gehen wir auch für unseren Bienenvölkerverlust im Jahr 2002/2003 aus. Der Begriff Stress ist natürlich sehr nebulös. Wir Biologen verstehen unter Stress, dass mehrere Faktoren zusammen kommen, ungünstig auf den Organismus wirken und ihn schwächen. Dann schlagen Krankheiten stärker durch. Stress kann in den USA auch der Grund für das Bienensterben gewesen sein. Wenn man ins vergangene Jahr zurückschaut, findet man verschiedene Faktoren: Die Honigerträge waren gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen, die Pollenversorgung, ein sehr wichtiger Nahrungsbestandteil der Bienenvölker, wurde in stark verminderter Form eingetragen, außerdem ging ein Befall durch die Varroa-Milbe mit anderen Virus-Infektionen einher. All dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Populationsentwicklung der Bienenvölker haben. Wenn dann weitere ungünstige Faktoren auftreten, kommt es zum Absterben der Bienenvölker. Damit will ich nicht das Bienensterben in den USA erklärt haben. Aber es gibt sehr viele Elemente, die sich mit dem, was wir 2002/2003 hier in Deutschland erlebt haben, decken.

Sie halten also das Absterben der Bienen in den USA für eine natürliche Schwankung und raten zur Ruhe?

Letzteres unterstreiche ich: Eine Panikmache halte ich für falsch. Zu den natürlichen Schwankungen: Was in den USA gerade geschieht, ist nicht normal, sondern ein sehr bedenklicher Fall. Man muss nun nach den Ursachen suchen und diese bekämpfen. Sowohl für die Natur, als auch für die Volkswirtschaft wird es richtig ernst, wenn regelmäßig solche Völkerverluste auftreten. Denn dann lassen sie sich irgendwann nicht mehr ausgleichen.

Gibt es einen Plan zur Bekämpfung der Varroa-Milbe?

An unserem Institut haben wir einen ganz klaren Verhaltensplan ausgearbeitet, mit dem man die Varroa-Milbe in der derzeitigen Situation in den Griff bekommt. Dazu gehören biologische Maßnahmen und der Einsatz von Medikamenten.

Hat man die Entwicklung eines solchen Plans in den USA versäumt?

Von Kollegen aus den USA weiß ich, dass dort Medikamente angewendet wurden, gegen die die Varroa-Milbe resistent geworden ist. Um das zu vermeiden, braucht man ein Gesamtkonzept. Der Medikamenteneinsatz muss so gesteuert werden, dass keine Resistenzen auftreten.

Die Bienenhaltung ist in den USA sehr marktwirtschaftlich orientiert, spielt das auch eine Rolle?

Das möchte ich nicht bestätigen, aber es könnte natürlich der Fall sein. In den USA gibt es relativ große Imkereien. Mit den Bienenvölkern werden enorme Wanderungen durchgeführt, teilweise mit offenen Fluglöchern. Aus biologischer Sicht kann ich mir vorstellen, dass das ein erheblicher Stressfaktor für die Bienen ist.

"Mit offenen Fluglöchern wandern", was bedeutet das?

Bei guter imkerlicher Haltung verschließt man die Fluglöcher zu einem Zeitpunkt, wenn sämtliche Bienen in ihrem Kasten sind. Dann transportiert man das Volk, wie zum Beispiel in den USA, zu den Mandelplantagen nach Kalifornien. Wenn man die Fluglöcher aber nicht schließt und die Bienen einfach so auflädt, bleiben einige auf der Strecke.

Und das ist schlecht für das Bienenvolk?

Es gibt eine bestimmte Arbeitsteilung bei den Bienen. Wenn beispielsweise Flugbienen abhanden kommen, werden andere Bienen, die eigentlich im Innendienst zu tun haben, für den Außendienst rekrutiert. Das bedeutet, dass wiederum im Innendienst weniger Bienen da sind. Die Brut kann nicht mehr gut versorgt werden, was dazu führt, dass Brut aufgegeben wird. Damit wird die nächste Generation von Bienen wieder kleiner. Dieses Ungleichgewicht bedeutet weiterer Stress für die Bienen.

(Das Interview führte Lisa Conrad.)
Adresse:
http://www.n-tv.de/782015.html

gruss Linie 2
Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang beluegen
Teile eines Volkes dauernd betruegen aber nicht
das ganze Volk dauernd beluegen und betruegen

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Lustig
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Beitragvon Lustig » Sa Apr 21, 2007 6:05 am

Hei Li

das ist ja hoch komplex mit den Bienen. Das war ein sehr guter Beitrag hat Spaß gemacht den zu lesen. Ich denke das Bienenthema sollte man weiter beobachten.

Lustig

Dad Pa
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Beitragvon Dad Pa » Sa Apr 21, 2007 5:42 pm

Hai Lustig, Hai Linie

ich kann euch beiden aber Versichern, daß ich entsetzt bin über die fachliche Unwissenheit dieses Dr. von der Ohe, Leiter des LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit). Wo haben den die so einen Idioten ausgegraben? Wo hat den der seinen Dr. gekauft?

Einige Aussagen sind fachlich absolut falsch! Zumindest bei unseren heimischen Bienen und auch den Bienen in USA. Der Mann strotzt geradezu vor Halbwissen!

Wie kann der Mann Leiter eines Institutes für Bienenkunde sein?

Entweder der Mann hat fast keine Ahnung von Bienen oder dieses Institut will die Problematik bewußt runterspielen - was ich für wahrscheinlicher halte....

Lieb Gruß
Dädi
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Beitragvon Lustig » So Apr 22, 2007 4:08 am

Hai Dädi,

also wie du lesen kannst bin ich kein Fachmann auf dem Gebiet , nun weiß ich aber nicht was an der Aussage des Experten von LAVES falsch sein sollte ? Vieleicht kannst du uns ja aufklären , denn wie man weiß ist der Einäugige der König unter den Blinden.

Lustig

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Beitragvon dizi10 » So Apr 22, 2007 4:23 am

hai fisch :D

auch mich würde interessieren, ob das bienensterben etwas mit den genmanipulierten pflanzen zu tun haben könnte.


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Dad Pa
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Beitragvon Dad Pa » So Apr 22, 2007 9:26 am

Hai Lustig,

allein diese Aussage: Wenn Bienen merken, dass ihr Ende naht, fliegen sie aus, um zu sterben. Das ist eine Art von Hygiene. Bei einer Erkrankung, wie der Varroose, also dem Befall großer Teiler der Population durch die Varroa-Milbe, ist dieses Verhalten ganz typisch.

Diese Aussage ist vollkommen falsch! Bienen fliegen nicht aus, wenn sie merken, daß ihr Ende naht und auch nicht typisch. Für die Hygiene sorgen die Arbeiterinnen selbst. Sie werfen die toten Bienen aus dem Flugloch, wo sie dann meist von Vögeln oder Ameisen entsorgt werden.
Er erweckt hier den Eindruck, daß das Bienensterben in USA mit Varooa zu tun haben könnte und das ist falsch. Bei Varooa-Befall ist in erster Linie die Brut betroffen. Das heißt, der Nachwuchs schlüpft verkrüppelt oder gar nicht. Also nix mit wegfliegen...die Jungbienen sterben meißt in der Waabe.
Die älteren Flugbienen, die etwa nach 3-4 Wochen Honigsammeln an Erschöpfung sterben (is normal im Lebenszyklus der Biene) bekommen keinen Nachschub. Das Volk wird zwar kleiner, aber wenn das Volk stirbt sind jede Menge toter Bienen und Brut in der Beute.

Nicht so in USA. Dort sind die Kästen leer. Die Flugbienen, kehren nicht zurück. Dann versucht sich das Volk zu retten und es fliegen auch Arbeiterinnen aus, die im Lebenszyklus noch nicht an der Reihe sind und eigentlich die Brut pflegen und neue Waaben bauen müssten.
Die kehren auch nicht zurück. Somit wird die Beute immer leerer....

Dieses Phänomen hat mit Varooa nix zu tun.

Das Bienensterben 2002/2003 in Deutschland war tatsächlich eine erklärbare Erscheinung. Man weiß sehr genau woran das lag. Zum einen an der sehr schwer bekämpfbaren Varooa und vorallem an der Witterung. Der Imker nimmt den Bienen den Honig. Dieser wird im Herbst durch eine Zuckerlösung ersetzt damit das Volk den Winter überleben kann. Ist im März die Nahrung verbraucht, der Winter aber noch da oder der Frühling kalt und verregnet, verhungert das Volk. Das war 2003 der Fall.

Schwachsinn ist das mit den natürlichen Schwankungen. Die gibt es schon, wie eben z.B. Wettereinflüsse. Aber eben nur regional. Schlimmstenfalls betrifft es vielleicht mal Virginia oder so. Das gibts immer wieder mal. Aber nicht USA-Weit!

Daß die Imker in USA so blöd sind und mit offenen Flugloch wandern kann ich mir auch nicht vorstellen. Das ist eines der ersten Dinge die ein Imker lernt. Wie man eine Bienenbeute transportiert. Meinetwegen nur 100 m. Jeder Imker weiß, daß man nicht mit offenem Flugloch transportiert. Man wartet bis spät abend, bis alle Bienen zurück sind, verschließt das Flugloch und führt den Transport durch.
Kein Imker wäre so blöd das anders zu machen. Der Verlußt wäre viel zu groß.
Es mag vielleicht den einen oder anderen Idioten geben, der mit offen Flugloch wandert. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß die gesammte Imkerschaft in USA so dumm ist und nur aus Anfängern besteht.

Dieser angebliche Fachmann will das Bienensterben in USA mit Varooa und handwerklichen Fehlern erklären. Das ist nicht der Fall.
Das die Bienenstöcke in großer Anzahl (70-80 %) einfach verlassen sind ist in dieser Anzahl ein absolutes Novum. Obendrein noch USA-Weit.

Die Erklärungsversuche mittels Halbwahrheiten dieses Dr. Ohe für das Phänomen halte ich für ein herunterspielen einer ernsten Gefahr. Nur keine Panik verbreiten....

Das Bienensterben wie es dort großflächig aufgetreten ist, hat keine natürliche Ursache und wurde auch so noch nie beobachtet.

Ich selbst bin überzeugt, daß die Ursache für das Problem in der Gen-Technik zu suchen ist. Stichwort Mais. Dieser Mais wird USA-Weit angebaut.
Gen-Technik ist politisch ein sensibles Thema. Und das erklärt auch die zusammengestammelte Falschanalyse dieses Dr. Ohe.
Politisch gesehen darf an dem Bienensterben alles schuld sein. Nur nicht die Gen-Technik. Bienen sind ein hochkomplexes Thema. Nur eine Minderheit kennt sich natürlicherweise gut aus. Eine sehr geringe Anzahl der Bevölkerung kennt sich sehr gut aus. Deswegen ist es ein leichtes der Masse viel Scheiß zu erzählen. Das hat dieser Dr. Ohe in diesem Interview getan.

Du verstehst was ich meine!

Lieb Gruß
Dädi
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