So sprechen Weinkenner!

speziell für Dad Pa und Raute

Moderator: Dad Pa

nicita

So sprechen Weinkenner!

Beitragvon nicita » Mi Sep 06, 2006 1:10 pm

Für Laien ist die Sprache der Weinliebhaber manchmal unverständlich. Wie kommt man auf Begriffe, wie beispielsweise "hat Schweif" :lol: , und was bedeutet es?

Hier einige Standards, die sich beliebig erweitern lassen, die zum Ausdruck bringen, was Nase, Gaumen und Kehle beim Genuss eines Weines empfinden.

Hat Schweif, oder Schwanz :wink: :

Länger anhaltender Geschmack beim Abgang, der noch lange auf der Zunge bleibt. Gegenteiliges heißt kurz, d. h. kein großer Wein, ohne wesentlichen Abgang.

Abgang

Nachgeschmack im Gaumen.

Geschliffen

Kellertechnisch perfekter Wein, aber eher langweilig.

Pappig, plump

Zu süßer Wein bei mangelnder Säure

Stahlig

Ist ein trockener Wein, mit viel Fruchtsäure. Fast metallisch und manchmal erwünscht und angebracht, wie bei Rieslingen (nervig und rassig)

Nervig

Rassiger und kräftiger Wein, oft jung und mit angemessener Säure.

Rassig/lebendig

Wein mit starker und harmonischer Säure, die er mit zunehmendem Alter meist verliert.

Tot

Wein ohne Charakter, Bukett und zu alt

Parfümiert

Blumiges Aroma, das sich ins Unangenehme und Aufdringliche steigert.



So, ein paar Begriffe! Ich habe noch einige parat, bin aber gespannt, ob die Weinkenner unter uns meine Liste noch bereichern :wink:

nicita

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dizi10
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Re: So sprechen Weinkenner!

Beitragvon dizi10 » Mi Sep 06, 2006 2:13 pm

nicita hat geschrieben:Für Laien ist die Sprache der Weinliebhaber manchmal unverständlich. Wie kommt man auf Begriffe, wie beispielsweise "hat Schweif" :lol: , und was bedeutet es?

Hier einige Standards, die sich beliebig erweitern lassen, die zum Ausdruck bringen, was Nase, Gaumen und Kehle beim Genuss eines Weines empfinden.

Hat Schweif, oder Schwanz :wink: :

Länger anhaltender Geschmack beim Abgang, der noch lange auf der Zunge bleibt. Gegenteiliges heißt kurz, d. h. kein großer Wein, ohne wesentlichen Abgang.

Abgang

Nachgeschmack im Gaumen.

Geschliffen

Kellertechnisch perfekter Wein, aber eher langweilig.

Pappig, plump

Zu süßer Wein bei mangelnder Säure

Stahlig

Ist ein trockener Wein, mit viel Fruchtsäure. Fast metallisch und manchmal erwünscht und angebracht, wie bei Rieslingen (nervig und rassig)

Nervig

Rassiger und kräftiger Wein, oft jung und mit angemessener Säure.

Rassig/lebendig

Wein mit starker und harmonischer Säure, die er mit zunehmendem Alter meist verliert.

Tot

Wein ohne Charakter, Bukett und zu alt

Parfümiert

Blumiges Aroma, das sich ins Unangenehme und Aufdringliche steigert.



So, ein paar Begriffe! Ich habe noch einige parat, bin aber gespannt, ob die Weinkenner unter uns meine Liste noch bereichern :wink:

nicita


hallo nici,

na dann warte mal bis roka das liest !

dizi10 :D
frech, faul und arbeitsscheu
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nicita

Beitragvon nicita » Mi Sep 06, 2006 2:23 pm

Hallo dizi,

ja, an roka habe ich auch gedacht... und auch an kausal. Aber ich habe das Gefühl, dass roka im urlaub ist :wink:

LG
nicita

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roka
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Registriert: Sa Jun 10, 2006 8:24 am

Beitragvon roka » Mi Sep 06, 2006 4:35 pm

nicita hat geschrieben:Hallo dizi,

ja, an roka habe ich auch gedacht... und auch an kausal. Aber ich habe das Gefühl, dass roka im urlaub ist :wink:

LG
nicita


ja, ich habe eine kleine Weinhandlung und meine (zumindest subjektiv) ein wenig Ahnung von Wein zu haben.

Ich verwende diese an sich abgedroschenen Begriffe nicht. Diese sind m.E. so "wertvoll" wie Formulierungen in Arbeitszeugnissen. Eine vermutete "Geheimsprache", aber an sich völliger Mumpitz.

Ich sage zu meinen Kunden bzgl. einem Wein sehr wenig, und wenn nehme ich meine eigenen Worte dazu.

Am überzeugensten ist, einen Kundn schlicht probieren zu lassen und ihn selbst (und vor allem seine Zunge und sein Geschmacksempfinden) entscheiden zu lassen.

Diese sehr bodenständige Ansicht zu Wein und "Beratung" zu Wein hat sich als sehr richtig erwiesen, da die Kunden das kaufen, was ihnen nach ihrem eigenen Gusto auch wirklich zusagt.

Ich verkaufe allerdings nur Weine (mein Sortiment ist relativ klein, nur z.Z. 31 verschiedene Weine), die mir persönlich auch sehr gut erscheinen, es kommt da also nur auf ganz individuelle Nuancen an.

Mit pseudokennerischem Geschwätz belästige ich meine Kunden nicht.

(Flaschenpreise zw. 18 Franken und im Extrem - also Ausreisser nach oben - 680 Franken)

roka

nicita

Beitragvon nicita » Mi Sep 06, 2006 4:40 pm

Hallo roka! Da bist Du ja! :D

Mir ging es auch mehr darum, diese Begriffe, die oftmals eben verwendet werden, zu erläutern.

Sicher ist es besser, seine eigenen Begriffe zu verwenden, aber Du kannst nicht abstreiten, dass in diesem Bereich eben viel damit gefachsimpelt wird, selbst von Winzern. :wink:

Gruß
nicita

nicita

Beitragvon nicita » Mi Sep 06, 2006 4:49 pm

Ok, dann weiter...

gerbstoffreich, gerbsig

bei Weißweinen besonders störender langanhaltender Geschmackston, adstringierend

adstringierend

mit zusammenziehenden Gerbstoffen

animalisch

mit Bukettassoziationen von Leder, Wild oder Moschus

hochfarbig


alter Wein, mit dunkler Farbe - gelb, kupfer- oder ziegelfarben

firn

mit unverkennbarem Altersgeschmack (Über-Altersgeschmack)

fruchtig

mit Obstaromen wie Apfel, Aprikose, Cassis, Kirsche, Pflaume, Ananas und Mango. Beispielsweise Scheurebe, mit Cassisnote, oder Riesling, mit Pfirsichnote. Manchmal auch beschönigend für süßgemachte Weine.


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